Informationen zur Zahnzusatzversicherung für Patienten und ZahnärzteViele Erfahrungen mit der Zahnzusatzversicherung stammen aus Zeiten, in denen die Tarife leistungsarm und kompliziert gestaltet waren. Noch heute sprechen sich einige Zahnärzte gegen die Zahnzusatzversicherung aus. Dabei hat sich diese, wohl am meisten vermittelte Krankenzusatzversicherung in Deutschland, zu einer echten Unterstützung für Patienten und die zahnärztliche Praxis entwickelt.

Versicherungsvermittler sprechen gerne von einem „Tarifdschungel“ und beschreiben damit eigentlich treffend die momentane Marktsituation. Im April 2012 hat Stiftung Warentest 147 Tarife untersucht, mit teils sehr unterschiedlichen Ausprägungen. Von rein prophylaktischen Tarifen bis hin zu Hochleistungstarifen mit breitem Leistungsspektrum. Für die Zahnärzte ist es mittlerweile wichtig geworden, über dieses Thema Auskunft geben zu können, um so das Arzt-Patienten-Gespräch zu bereichern.

Grundsätzliche Leistungsbereiche der Zahnzusatzversicherung

Tarife mit Fokus auf Prophylaxe sind auf eine Zielgruppe mit guter Zahnsubstanz ausgerichtet. Sie erstatten viele prophylaktische Untersuchungen und Maßnahmen, die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht unterstützt werden. Aushängeschild ist dabei die „professionelle Zahnreinigung“ nach GOZ 1040. Einige Tarife erbringen dabei auch zusätzliche Leistungen, wie Paradontose- und Wurzelkanalbehandlung.

Eine weitere Tarifgruppe der Zahnzusatzversicherung konzentriert sich auf die Regelleistungen der GKV. Dabei verdoppeln diese den Festkostenzuschuss und verhindern mögliche Zusatzkosten einer zahnärztlichen Behandlung innerhalb der Regelleistungen. Von den Versicherern werden diese Tarife irreführend als „100 % – Leistung Tarife“ vertrieben. Dies gilt aber ausschließlich für die Regelleistungen. Zwar wird auch der Festkostenzuschuss verdoppelt, der z. B. auch für Kunststofffüllungen gewährt wird (Festkostenzuschuss für Amalgamfüllungen), dieser Betrag erreicht jedoch nicht die beworbenen 100 %.

Diese Gruppe der Hochleistungstarife leistet unter anderem auch für die bereits erwähnten Bereiche. Das Besondere an den Tarifen ist die Erstattung von hochwertigem Zahnersatz. Aber auch die höherwertige Zahnbehandlung, die sonst nur Patienten mit einer privaten Krankenversicherung erstattet bekommen, steht im Leistungskatalog.

Eine besondere Gruppe sind Tarife, die auch Leistungen der Kieferorthopädie erstatten. Diese sind primär für Kinder und Jugendliche. Mit der Volljährigkeit verfällt dieses Modul oder wird auf nur sehr wenige Leistungen, wie Aufbissschienen, reduziert.

Die Zahnzusatzversicherung – Unterstützung für den Zahnarzt und die Praxis

Die medizinische Notwendigkeit steht immer im Vordergrund, deswegen werden sich Zahnärzte nicht von einer Zahnzusatzversicherung beeinflussen lassen. Jedoch eine Zahnzusatzversicherung auch viele Vorteile für Behandlungen und die Praxis.

Als private Dienstleister sind die Versicherer oft viel schneller in der Begleichung ausstehender Rechnungen als die gesetzlichen Krankenkassen. Das führt zu einer höheren Liquidität und sorgt dafür, dass die Schulden und Außenstände der Praxis gering bleiben. Ebenso gilt das für Dentallabore, deren Außenstände schneller beglichen werden können.

Patienten haben mit einer Zahnzusatzversicherung weniger Sorgen um die Rückfinanzierung der erfolgten Maßnahmen. Dadurch lassen sich für weitere Behandlung weitaus höherwertige Maßnahmen vorschlagen. Schlagworte der GKV, wie „zweckmäßig“, „wirtschaftlich“ und „ausreichend“ haben dann wenig Bedeutung. Das Ergebnis wird ästhetischer und langfristiger, als viele der bezuschussten Regelleistungen. Auch werden so die Prophylaxe-Programme, die vermehrt in Praxen anlaufen, von den Patienten viel besser angenommen. Das Konzept „Zahnarztpraxis“ gilt dann nicht mehr nur als Notversorgung bei Schmerzen, sondern wird als regelmäßiger Kontakt wahrgenommen, der viele Vorteile für den Zahnstatus mit sich bringt.

Für Zahnärzte bedeuten Zahnzusatzversicherungen aber auch einige Umstellungen. Der Kontakt zum Versicherer ist enger. So müssen Auskünfte zum Zahngesundheitsstatus gegeben werden. Zusätzlich müssen die Heil- und Kostenpläne an die Patienten ausgehändigt werden, damit sie diese bei ihren Versicherern zur Begleichung einreichen können. Auch müssen die Patienten aufgeklärt werden, wenn der Abrechnungsfaktor 3,5 übersteigt. Zwar leisten die Versicherer für den Großteil der Behandlung, aber nur bis zu einem Faktor von 3,5 GOZ.

Viele Zahnärzte und das Personal werden den erhöhten Beratungsbedarf registriert haben. Die vermehrte Werbung hat dafür gesorgt, dass sich das Thema Zahnzusatzversicherung nach und nach in der Bevölkerung etabliert. Eine derartige Beratung ist jedoch zeitintensiv, wird nicht erstattet und kann auch einige Probleme mit sich bringen.

Zahnärzte oder zahnmedizinisches Personal können trotz intensiver Beratung einen vermeintlich guten Tarif empfehlen, der im Leistungsbedarf eventuell doch nicht leistet. Das belastet das Arzt-Patienten-Verhältnis und kann negativ auf die Praxis zurückfallen.

Bei eventuellen Problemen mit dem Versicherer fehlt dem Zahnarzt oft die Einsicht in die Materie und somit auch Handlungsmöglichkeiten, dem Patienten dabei zu helfen.

Zahnärzte sollten stets auf einen kompetenten Berater verweisen, der tief in Materie steh und kundenorientiert vermittelt. Dieser kann nicht nur effektiv Beraten und eventuelle Probleme schon im Voraus beseitigen, sondern sich auch zwischen Patient und Versicherer stellen und hilfreich vermitteln.

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One Response to Die Rolle der Zahnzusatzversicherung im zahnmedizinischen Alltag

  1. Aufgrund des Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkassen ist für GKV-Versicherte der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung empfehlenswert. Entsprechende Leistungsvergleiche der privaten Krankenversicherer in Bezug auf Zahnzusatzversicherungen können Verbraucher auf dem Internetportal der Stiftung Warentest einsehen.

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