Ehec-Keime unter dem Mikroskop

Ehec-Keime unter dem Mikroskop (c)United States Department of Agriculture

Ehec und kein Ende. Zuerst gerieten spanische Gurken als Auslöser in Verdacht, danach Tomaten und Salat, mittlerweile sind wir bei den Sprossen angekommen. Und bei Schadenersatzforderungen in dreistelliger Millionenhöhe. Noch immer gibt es keine gesicherten Erkenntnisse (Stand 07.06.2011) zur der Quelle der Ehec-Seuche, nach wie vor warnen die zuständigen Behörden vor dem Verzehr roher Tomaten, Gurken, Blattsalate und Sprossen.

Es geht also erst mal weiter. Während ein namenloses Heer von landwirtschaftlichen Betrieben, von Gemüsebauern- und Händlern, vor dem finanziellen Ruin steht, Krankenhäuser in den betroffenen Gebieten am Rande ihrer personellen und finanziellen Kapazitäten arbeiten, ist das Geschacher um die EU-Millionen europaweit bereits in vollem Gange. Die nationalen Bauernverbände ringen in der Hoffnung auf größtmögliche Entschädigung um den Titel des ersten Verlierers.

Im Angesicht von 22 Todesfällen und weit über 2000 Erkrankten allein in Deutschland mag das zunächst befremdlich erscheinen. Mit dem Rücken an der Wand um die eigene Existenz kämpfend, verschiebt sich die Perspektive jedoch dramatisch. Der Wink mit dem erhobenen Zeigefinger hat deshalb zu unterbleiben. Pietätvolles Schweigen wird sich allein der nicht Betroffene auferlegen können.

Wir wurden gefragt, ob Ehec denn auch nachteilige Auswirkungen auf die Mund- und Zahngesundheit hätte. Ich war einigermaßen überrascht wie man auf diesen Zusammenhang kommt, augenzwinkernd könnte die Antwort lauten: im Falle des Ablebens ja! Mein Anruf bei Zahnarzt Hans-Peter Beyer von CityZahn in Hamburg brachte dann auch die erwartete Antwort: Nein! Klares Nein. Radikale Umstellung der Ernährung, beispielsweise von extrem viel Gemüse, hin zu besonders viel oder ausschließlich Fleisch oder Fisch, kann, über einen langen Zeitraum hinweg, zur Unterversorgung bei wichtigen Vitaminen führen. Daraus jetzt aber einen Zusammenhang, etwa mit Zahnfleischerkrankungen, abzuleiten, wäre vollkommen abwegig. Schließlich gäbe es ja auch noch Vitaminpillen.

Schönen Dank Herr Beyer, das wollte ich hören.

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